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Minister Oliver Krischer: Durch Ehrenamt mehr Naturschutz und viele Projekte möglich

Amphibien-Schutz in Erftstadt: Umweltminister Oliver Krischer beim Besuch der Initiative.

Minister Oliver Krischer: Durch Ehrenamt mehr Naturschutz und viele Projekte möglich

Kooperation für Amphibienschutz in Erftstadt bewahrt Springfrosch, Molch- und Krötenarten – Breite Unterstützungsangebote des Umweltministeriums für ehrenamtlichen Natur- und Artenschutz in Nordrhein-Westfalen

26.02.2025

Vor dem internationalen Tag des Artenschutzes betont Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, die Bedeutung des Ehrenamtes für den Natur- und Artenschutz: „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ständen in vielen Regionen Tier- und Pflanzenarten auf der Kippe. Tag und Nacht sind Freiwillige in Nordrhein-Westfalen unterwegs, um Arten zu kartieren, Schutzmaßnahmen umzusetzen und für den Natur- und Artenschutz zu werben – dafür bedanke ich mich ganz herzlich. Neben der Stärkung des hautamtlichen Naturschutzes bauen wir auch die Unterstützung des Ehrenamtes weiter aus.“ 

Dazu stellt das Umweltministerium jährlich bis zu 1.000 Umweltschecks in Höhe von jeweils 2.000 Euro für Maßnahmen des Naturschutzes zur Verfügung. Der Fledermausschutz, die Bereitstellung und Pflege von Nisthilfen für Vögel oder auch Renaturierungen können dadurch direkt und unbürokratisch gefördert werden. „Die Schecks sind auch ein Zeichen der Anerkennung für die vielen Menschen, die sich engagieren und denen Umwelt- und Artenschutz am Herzen liegen. Durch den Einsatz vieler Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler schaffen wir mehr Naturschutz und sind viele Projekte erst möglich“, sagt Krischer. 

Eine Erhebung zum Naturbewusstsein der Bevölkerung zeigt, dass rund 60 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen bereit sind, sich persönlich für die Anlage von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen oder die Pflege eines Naturschutzgebietes einzubringen. Zum Beispiel wurde die Rückkehr des Wanderfalken nach Nordrhein-Westfalen durch ehrenamtliches Engagement ermöglicht. Auch Orchideenwiesen werden häufig durch ehrenamtliche Einsätze mit Pflegemaßnahmen erhalten. Im Nationalpark Eifel bieten etwa 100 ehrenamtlich tätige Waldführerinnen und Waldführer geführte Touren für Gruppen an. Rund 110.000 Personen lernten so bereits seit Nationalparkgründung das Schutzgebiet mit fachkundiger Begleitung kennen.

Einen der ersten Umweltschecks, den das Land Ende 2024 vergeben hat, ging an den Amphibien-Schutz in Erftstadt. Am Mittwoch, 26. Februar 2025, informierte sich Minister Krischer vor Ort über die Initiative zum Schutz von Spring- und Grasfröschen, Erdkröten, Kreuzkröten, Teich- und Bergmolchen. Für ihre Bewahrung setzen sich das Umweltzentrum Erftstadt mit dem Trägerverein Umweltnetzwerk Erftstadt e. V., die Stadt Erftstadt und die Biologische Station Bonn/ Rhein-Erft gemeinsam ein. 

Mit der Umweltscheck-Förderung konnten auf einer Länge von rund 400 Metern neue Amphibienschutzzäune errichtet und Ausrüstung für deren Kontrolle durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beschafft werden. Erforderlich ist die Hilfe, um die Amphibien auf ihrem Weg zwischen den Überwinterungsorten im Wald und ihren Laichgewässern vor dem Autoverkehr zu schützen. In früheren Jahren konnten die Helferinnen und Helfer mit Hilfe beidseitiger Amphibienzäune Metern jährlich etwa 150 Fröschen, 1.500 Kröten und 300 Molche verschiedener Arten eine sichere Straßenüberquerung ermöglichen. Als wärmeliebende Art erreicht der Springfrosch in Nordrhein-Westfalen seine nordöstliche Verbreitungsgrenze. Den größten Teil des Jahres verbringen die nachtaktiven Alttiere an Land, wo sie Hartholzauen entlang von Flussläufen und lichte gewässerreiche Laubmischwälder als Lebensraum bevorzugen. Als „Frühlaicher“ verlassen die Elterntiere bereits gegen Ende April wieder die Gewässer. Jungfrösche gehen je nach Witterung zwischen Mitte Juni und Mitte August an Land. 

Förderplattform 2025 für 1.000 Umweltschecks geöffnet

Nach Einführung Mitte November 2024 konnte das Ministerium bis Jahresende bereits 144 Umweltschecks bewilligen. In diesem Jahr stellt das Ministerium 1.000 Umweltschecks zur Verfügung. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Maßnahmen zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen beitragen oder Menschen für lokalen und regionalen Natur- und Artenschutz begeistern. Hierzu gehören zum Beispiel die Anlage von Biotopen, die Förderung von Insektenlebensräumen oder Veranstaltungen und Mitmachaktionen des praktischen Naturschutzes sowie Informationsangebote im Gelände. Mögliche Orte für Maßnahmen sind zum Beispiel Schulhöfe, Vereinsgrundstücke oder öffentliche Flächen, die von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Private Gärten sind von der Förderung ausgeschlossen.

Weitere Informationen

Amphibienschutz Termin in Erftstadt