Starkregenereignisse nehmen zu
Nordrhein-Westfalen gehört zu den Regionen, die besonders stark von den Auswirkungen von Starkregen betroffen sind. Die Ereignisse der letzten Jahre, darunter die verheerende Flutkatastrophe im Sommer 2021, haben gezeigt, wie dringend notwendig die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen sind.
Was ist Starkregen und welche Folgen hat Starkregen?
Starkregenereignisse sind in der Regel lokal begrenzte Niederschläge in großen Mengen und hoher Intensität. Sie sind meist von geringer räumlicher Ausdehnung und kurzer Dauer. Oft treten sie im Zusammenhang mit Gewittern auf. Aufgrund der Klimaänderung ist in Zukunft mit einer Zunahme von extremen Niederschlagsereignissen zu rechnen, da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dies kann potentiell zu häufigeren und intensivieren Niederschlagsereignissen führen.
Je nach Intensität des Ereignisses kann die Kanalisation nur einen Teil der Niederschlagsmengen aufnehmen. Bei starken Niederschlägen kann das Kanalsystem seine Leistungsgrenze erreichen. Somit fließen die Niederschlagsmengen, unabhängig von der Nähe zu Gewässern, überwiegend über die Geländeoberflächen sowie Wege und Straßen ab und können auf ihrem Weg erhebliche Schäden verursachen. In der Nähe zu Gewässern können die hohen Niederschlagsmengen ebenfalls zu einem Anstieg des Wasserstands und ggfs. zur Ausuferung eines Gewässers führen. Die erwartete zukünftige Entwicklung und die Ereignisse der letzten Jahre, darunter die verheerende Flutkatastrophe im Sommer 2021, haben gezeigt, wie dringend notwendig Anpassungsmaßnahmen sind.
Warnungen und Informationen bei Starkregenereignissen
Die Möglichkeiten zur Warnung vor Starkregen sind aufgrund der extrem kurzen Vorwarnzeiten und der nur schwer abschätzbaren Niederschlagsmengen und räumlichen Verteilung sehr begrenzt. Der Deutsche Wetterdienst ist für die meteorologische Vorhersage und die Herausgabe von Amtlichen Warnungen vor Niederschlagsereignissen zuständig. Sollten starke Niederschläge zu einem Anstieg des Wasserstandes von Gewässern führen, informiert das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stellt die technische Infrastruktur für die Weitergabe dieser Warnungen bereit, z.B. über die Warn-App NINA.
Weitere Informationen
- Die Warnkarte des DWD gibt einen Überblick der Wetterwarnungen
- Im Hochwasserfall an Flüssen finden sie hier die wichtigsten Informationen für NRW über das hochwasserportal.nrw.de sowie für ganz Deutschland über das Länderübergreifende Hochwasser Portal unter hochwasserzentralen.de
- Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warn-App NINA, erhalten Sie wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes.
Was macht das Land für die Starkregenvorsorge?
Das Hauptziel der Starkregenvorsorge ist, das Risiko von Schäden durch extreme Niederschlagsereignisse zu verringern. Das Umweltministerium schafft die Rahmenbedingungen für ein interdisziplinäres Starkregenrisikomanagement durch Kommunen und andere Akteursgruppen. Zusätzlich werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Klima hydrologische und meteorologische Daten für eine umfassende Informationsgrundlage aufbereitet. Auch andere Ressorts der Landesregierung, (wie z. B. das Ministerium des Innern, das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz oder das Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung) sind mit der Starkregenvorsorge befasst, beispielsweise in der Land- und Forstwirtschaft oder im Siedlungsbereich.
Zudem unterstützen sie mit dem Katastrophenschutz die elementare Hilfe in Gefahrenlagen vor Ort oder sind im Wiederaufbau tätig.
Somit bietet das Land zahlreiche Initiativen, damit sich die Städte und Gemeinden besser auf Niederschlagsereignisse vorbereiten können. Das MUNV stellt zu diesem Zweck zentrale Dienste und Förderinstrumente bereit, um alle Akteure der Starkregenvorsorge zu unterstützen. Im Folgenden werden die Angebote für die verschiedenen Zielgruppen vorgestellt.
Wo können sich Bürgerinnen und Bürger zu Starkregen informieren?
Starkregen und urbane Sturzfluten können jeden Ort in Deutschland betreffen. Warnungen zu Starkregenereignissen sind nur mit sehr kurzer Vorlaufzeit möglich. Bürgerinnen und Bürger können jedoch vielfältige Maßnahmen ergreifen, um vorzusorgen, sich und andere zu schützen und Schäden zu begrenzen. Dazu bietet das Land verschiedene Beratungs- und Unterstützungsleistungen an.
Wie unterstützt das Land Kommunen bei dem Starkregenrisikomanagement?
Die Vorsorge gegen Überflutungen durch Starkregen ist eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe. Sie erfordert einen engen Austausch zwischen allen Beteiligten Akteurinnen und Akteuren vor Ort, darunter Politik, Fachplanung, Forst- und Landwirtschaft, betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie dem Katastrophenschutz. Zudem ist eine enge verwaltungsinterne Abstimmung zwischen den kommunalen Fachämtern wie Stadtplanung, Umwelt, Stadtentwässerung, Feuerwehr und Ordnungswesen notwendig.
Viele Kommunen und Kreise setzen ein kommunales Starkregenrisikomanagement um. Ziel ist es, Risiken und Schäden durch Starkregen zu reduzieren.