Umweltwirtschaftsbericht NRW
Grundlage für das politische Handeln
Der Umweltwirtschaftsbericht ist ein zentraler Baustein der Umweltwirtschaftsstrategie des Landes. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat mit dem Umweltwirtschaftsbericht für Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ein Berichts- und Monitoring-System zur Darstellung der ökonomischen Bedeutung der Umweltwirtschaft etabliert. Es soll als Ausgangspunkt für gezielte umwelt- und wirtschaftspolitische Maßnahmen dienen und zugleich einen Maßstab für deren Erfolg definieren.
Im Oktober 2026 veröffentlichte das Umweltministerium NRW die mittlerweile sechste Ausgabe des Umweltwirtschaftsberichts NRW. Mit ihm werden die Entwicklungen in der Umweltwirtschaft von 2010 bis 2025 beschrieben. Der Bericht beleuchtet die Umweltwirtschaft mit einer Vielzahl sozioökonomischer Kennwerte, differenziert die Marktpotenziale einzelner Teilmärkte, liefert einen Überblick über die regionale Ausprägung der Branche und zeigt deren ökologischen Nutzen.
Umweltwirtschaftsbericht 2026 Die Entwicklung im Überblick
Umweltwirtschaft als Wachstumsmotor
Die Daten des Umweltwirtschaftsberichts NRW 2026 zeigen: Grüne Technologien und Lösungen für Ressourceneffizienz und Klimaschutz stiften einen erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen und bieten attraktive Karrieremöglichkeiten. Die Umweltwirtschaft entwickelt sich seit 2010 zu einer stabilen Querschnittsbranche, die kontinuierliches Wirtschaftswachstum generiert, konjunkturellen Schwankungen entgegenwirkt und sich insgesamt als krisenresilient erweist. Gleichzeitig eröffnet sie ökonomisch attraktive und sinnstiftende Beschäftigungsperspektiven: Fachkräfte für Grüne Jobs sind gesucht, ihre Tätigkeiten tragen unmittelbar zur Daseinsvorsorge und zur Verbesserung von Umwelt- und Lebensbedingungen bei.
Überdurchschnittliches Wachstum stärkt den Wirtschaftsstandort NRW
Über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte zeigt sich für die nordrhein-westfälische Umweltwirtschaft ein anhaltend positiver Entwicklungstrend. Umweltschützende Produkte und Dienstleistungen sind konstant gewachsen und heben sich deutlich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Zwischen 2020 und 2025 lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Erwerbstätigen in der Umweltwirtschaft bei 1,7 Prozent, während die Gesamtwirtschaft im gleichen Zeitraum lediglich um rund 1 Prozent pro Jahr wuchs und seit 2023 sogar weitgehend stagniert. Die Umweltwirtschaft hat damit in Nordrhein-Westfalen einen Beitrag zur zukunftsfähigen Ausrichtung der nordrhein-westfälischen Wirtschaft geleistet und die Anpassung an veränderte ökonomische Rahmenbedingungen aktiv unterstützt. Als technologische Enabler treiben innovative Unternehmen – darunter Start-ups, KMU und die Industrie – den strukturellen Wandel in Nordrhein-Westfalen voran und beschleunigen die Transformation hin zu einer nachhaltigen und international wettbewerbsfähigen Wirtschaftsweise.
37,5 Milliarden Euro ökologischer Mehrwert: Wirtschaftskraft und Umweltschutz im Doppelpack
Darüber hinaus erwirtschaftet die Umweltwirtschaft einen erheblichen ökologischen Zusatznutzen. Der ökologische Mehrwert der im Jahr 2025 erbrachten Leistungen beläuft sich auf mindestens 37,5 Milliarden Euro. Dieser entsteht insbesondere daraus, dass Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen sowie Schadstoffeinträge in Böden und Gewässer reduziert werden. Als eine gleichsam doppelte Dividende entsteht neben der wirtschaftlichen Wertschöpfung auch eine Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität. Dies unterstreicht die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Querschnittsbranche.
Umweltwirtschaft „Made in NRW“: Exportstärke trotz globaler Herausforderungen
Auch im Außenhandel zeigt sich die dynamische Entwicklung der Umweltwirtschaft: Im Jahr 2025 exportierte Nordrhein-Westfalen Güter der Umweltwirtschaft im Wert von 15,1 Milliarden Euro. Trotz der durch geopolitische Krisen geprägten Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre, die den globalen Handel insgesamt belastet haben, erreicht die Umweltwirtschaft in Bezug auf die Exporte eine höhere Wachstumsdynamik als die Gesamtwirtschaft. Dies weist auf eine robuste internationale Nachfrageentwicklung in zentralen Technologiefeldern hin.
Wachsende Weltmärkte eröffnen neue Chancen für Umwelttechnologien aus NRW
Vor dem Hintergrund der aktuellen konjunkturellen Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland insgesamt bietet die Umweltwirtschaft erhebliche Wachstumsperspektiven und kann einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Dynamik leisten. Sowohl auf nationalen als auch auf internationalen Märkten nimmt die Bedeutung umwelt- und klimaschützender Produkte und Dienstleistungen weiter zu. Besonders dynamische Entwicklungschancen bestehen u. a. in den Bereichen Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Klimawandelanpassung. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien und der Elektromobilität zeigt auf Bundesebene hohe Wachstumsraten, wobei Nordrhein-Westfalen bislang noch nicht sämtliche Potenziale ausschöpft. Die weltweite Nachfrage nach Umwelttechnologien steigt weiter an, während sich zugleich der internationale Wettbewerb – insbesondere durch aufstrebende Anbieter aus China – deutlich intensiviert.
Fachkräftesicherung als Schlüssel für Wachstum und Transformation
Gleichzeitig macht die Analyse der Arbeitsmarktstrukturen deutlich, dass die Umweltwirtschaft in besonderem Maße vom Fachkräftemangel betroffen ist. Der Anteil qualifizierter Fachkräfte liegt mit 63 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft von 53 Prozent. Damit wird die Verfügbarkeit von Fachkräften zu einem zentralen Engpassfaktor, der unmittelbar über die Geschwindigkeit und den Erfolg der Transformation entscheidet. Die Sicherung und Weiterentwicklung von Qualifikationen ist somit nicht nur arbeitsmarktpolitisch, sondern auch industrie- und klimapolitisch von zentraler Bedeutung. Neben der Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung gewinnen flexible Qualifizierungswege, Quereinstiegsmöglichkeiten und der gezielte Aufbau neuer Kompetenzen zunehmend an Bedeutung.
Grafiken und Tabellen Umweltwirtschaftsbericht 2026
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