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Biologische Vielfalt und Biodiversitätsstrategie NRW

Die gefährdete Ringelnatter (Natrix natrix) im Stadtgebiet Dortmund. Foto: Dave Augustin

Biologische Vielfalt und Biodiversitätsstrategie NRW

In Nordrhein-Westfalen leben über 43.000 verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten in rund 70 verschiedenen Lebensräumen. Der Erhalt dieser biologischen Vielfalt (Biodiversität) ist die zentrale Aufgabe der Naturschutzpolitik in NRW. Doch trotz ermutigender Fortschritte im Naturschutz stehen nach wie vor in Nordrhein-Westfalen rund 44 Prozent der bewerteten Arten auf der Roten Liste (2024). 

Aktuelle Lage der biologischen Vielfalt in NRW

Nordrhein-Westfalen vereint eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt und ist gleichzeitig geprägt von einer besonders intensiven Nutzung seiner Flächen sowie einer hohen Flächenkonkurrenz. Als dicht besiedeltes und wirtschaftlich stark geprägtes Bundesland steht es vor der Herausforderung, Natur- und Artenschutz mit Siedlungsentwicklung, Verkehr, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sowie Industrie im Kontext von Energiewende und Klimawandel in Einklang zu bringen. Hinzu kommen die Strukturwandelprozesse im Ruhrgebiet und im Rheinischen Revier als besondere Rahmenbedingungen für die Entwicklung der biologischen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen.

Die aktuellen Zahlen zeigen: Es ist Zeit zu handeln. Nach den Roten Listen Nordrhein-Westfalens sind über 44 Prozent der bewerteten Tier- und Pflanzenarten gefährdet oder bereits ausgestorben. Bei den Brutvögeln ist die Situation besonders deutlich: Mehr als die Hälfte der bewerteten Arten – 53 Prozent – sind ausgestorben oder gefährdet. Damit hat sich ihre Situation gegenüber 2016 weiter verschlechtert.

Hinter diesen Zahlen stehen konkrete Veränderungen in unserer Umwelt: Lebensräume gehen verloren oder werden zerschnitten, Böden werden versiegelt, Gewässer und Böden mit Stoffeinträgen belastet und die Klimaveränderungen beeinflussen die Lebensbedingungen für zahlreiche Arten. Betroffen sind dabei nicht nur seltene Tiere und Pflanzen. Auch Arten, die früher in unserer Kulturlandschaft selbstverständlich waren, geraten zunehmend unter Druck.

Gleichzeitig ist eine vielfältige Natur unsere Lebensgrundlage. Intakte Ökosysteme speichern Wasser und Kohlenstoff, schützen Böden, sorgen für sauberes Wasser, tragen zur Bestäubung von Pflanzen bei und helfen dabei, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Biodiversität zu schützen bedeutet deshalb auch, unsere eigenen Lebensgrundlagen und die Lebensqualität in Nordrhein-Westfalen zu sichern.

Die Herausforderungen sind groß: Der Bedarf an Flächen für Wohnen, Wirtschaft, Mobilität und die Energiewende wächst. Umso wichtiger ist es, Flächen nachhaltig zu nutzen, Lebensräume zu erhalten und wiederherzustellen und sie besser miteinander zu vernetzen. Der Erhalt einer lebensraumtypischen biologischen Vielfalt muss dabei als gemeinsame Aufgabe verstanden und bei Entscheidungen in allen Bereichen mitgedacht werden.

Die fortgeschriebene Biodiversitätsstrategie NRW setzt genau hier an. Sie schafft den Rahmen für gemeinsames Handeln und zeigt Wege auf, wie wir die biologische Vielfalt in Nordrhein-Westfalen erhalten, stärken und auch für kommende Generationen sichern können. 

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