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Wölfe in Nordrhein-Westfalen

Wölfe in Nordrhein-Westfalen

Nachdem der Wolf rund 150 Jahre lang in Deutschland als ausgestorben galt, kehrt er seit der Jahrtausendwende nach und nach wieder in seine früheren Lebensräume zurück. Im Jahr 2018 hat sich auch in Nordrhein-Westfalen erstmals wieder ein Wolf dauerhaft niedergelassen. Um mögliche zusätzliche Belastungen für die Tierhaltungen durch die Rückkehr des Wolfs so gering wie möglich zu halten, leistet das Land Nordrhein-Westfalen eine umfassende finanzielle und beratende Unterstützung.

NRW ist auf den Wolf vorbereitet

Das derzeitige Hauptverbreitungsgebiet der Wölfe liegt in den Ländern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg- Vorpommern und Niedersachsen. In Nordrhein-Westfalen lebt nur ein kleiner Anteil der Wölfe in Deutschland. Der Wolf ist eine international geschützte Tierart. Seine Rückkehr nach Mittel- und Westeuropa ist eine positive Entwicklung für die Artenvielfalt insbesondere im Hinblick auf den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt. Die Rückkehr des Wolfes bedeutet jedoch auch Herausforderungen, insbesondere für Weidetierhaltende. Um mögliche zusätzliche Belastungen für die Tierhaltungen durch die Rückkehr des Wolfs so gering wie möglich zu halten, leistet das Land Nordrhein-Westfalen eine umfassende finanzielle und beratende Unterstützung.

Landesweite Herdenschutz-Förderung

Um die Halterinnen und Halter von Weidetieren zu unterstützen, hat das Land die Herdenschutz-Förderung auf das ganze Land ausgedehnt. Tierhalterinnen und Tierhalter von Schafen, Ziegen und Gehegewild in allen Regionen des Landes können dadurch finanzielle Unterstützung für wolfsabweisende Maßnahmen beantragen. Die Kosten für investive Herdenschutzmaßnahmen werden zu 100 Prozent vom Land übernommen. Zusätzlich enthalten die Förderrichtlinien eine „Öffnungsklausel“, mit der bei Bedarf die Förderung auch für weitere Tierarten zugelassen werden kann. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bietet eine ausführliche Beratung zu den möglichen Herdenschutzmaßnahmen kostenlos für alle Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter an. Auch Entschädigungen für Schäden durch Wolfsrisse von Haus- und Nutztieren werden landesweit gezahlt, wobei je nach Tierart entsprechende Anforderungen an Schutzmaßnahmen gelten. 

Wolfsmanagement und -monitoring

Wölfe sind vorsichtig und meiden den Menschen. Daher sind Begegnungen von Menschen und Wölfen selten. Bei Jungwölfen kann es vorkommen, dass sie weniger vorsichtig sind und sie sich aus Neugier näher an Menschen herantrauen. Die natürliche Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen wird durch ein Monitoring des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) begleitet. Um kontinuierlich über Beobachtungen, Monitoringergebnisse und Nutztierschäden zu informieren, betreibt das LANUK das Internetportal Wolf in NRW. Dort werden alle Wolfsnachweise veröffentlicht: https://www.wolf.nrw.de/wolf/de/nachweise

Unterstützt wird das Land von zahlreichen regionalen Wolfsberaterinnen und -beratern. Sie arbeiten sowohl hauptamtlich als auch ehrenamtlich und sind erste Ansprechpersonen für die Meldung von Wolfsbeobachtungen und auch für die Falldokumentation und die Sicherung genetischer Proben im Falle eines Nutztierrisses.

Zeigt ein Wolf ein problematisches Verhalten, kann das nach Bundesnaturschutzgesetz geschützte Tier unter bestimmten Voraussetzungen entnommen werden. Grundlage hierfür ist der bundesweite "Praxisleitfaden zur Erteilung artenschutzrechtlicher Ausnahmen nach §§ 45 und 45a BNatSchG beim Wolf, insbesondere bei Nutztierrissen".

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat die Projektgruppe „Tierarten mit übergreifendem Koordinierungsbedarf“ eingerichtet. In der Projektgruppe werden die laufenden Prozesse auf internationaler und nationaler Ebene rund um Tierarten wie insbesondere den Wolf eng begleitet, deren Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen bewertet sowie landesspezifische Initiativen koordiniert und umgesetzt. Geleitet wird die Projektgruppe vom für Naturschutz zuständigen Abteilungsleiter, Herrn Dr. Tumbrinck.

Weitere Informationen und Ansprechstellen

  • www.wolf.nrw – "Wolfsportal" beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK). Mit Informationen zur Biologie des Wolfes, und zu Unterstützungsangeboten, sowie einer Übersicht der Wolfsnachweise in einer geodaten-basierten Karte. Auch Meldungen zu Wolfsbeobachtungen sind über das Wolfsportal möglich.
  • www.dbb-wolf.de – Internetseite der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf; u.a. mit Übersichten zu der Verbreitung des Wolfes: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen
  • https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/index.htm – Internetseite der Landwirtschaftskammer; u.a. mit Empfehlungen für den Herdenschutz
  • Im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen steht die Projektgruppe „Tierarten mit übergreifendem Koordinationsbedarf" gerne bei Fragen rund um den Wolf zur Verfügung: pgtierarten [at] munv.nrw.de (pgtierarten[at]munv[dot]nrw[dot]de)
  • Presseanfragen richten Sie bitte an die Pressestelle des Ministeriums: presse [at] munv.nrw.de (presse[at]munv[dot]nrw[dot]de)